Latein-Online
Montag, 27. März 2017   
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Der katalektische daktylische Hexameter

Der katalektische daktylische Hexameter


... besteht aus sechs Daktylen (Daktylus ist ein Versfuß mit einer betonten Länge und zwei unbetonten Kürzen).
Der letzte Daktylus ist in diesem Falle unvollständig, nämlich katalektisch. Er besteht aus einer betonten Länge und einer weiteren  Silbe, die kurz oder lang sein kann (anceps). In den vorherigen fünf Daktylen können die beiden Kürzen jeweils durch eine unbetonte Länge ersetzt werden; ein solcher Versfuß heißt Spondeus. Der vorletzte Versfuß bleibt in der Regel jedoch stets ein Daktylus.

Es ergibt sich für einen katalektischen daktylischen Hexameter folgendes Schema:


Ein Hexameter mit vielen Kürzen wirkt schnell und leicht:


Ein Hexameter mit vielen Längen wirkt schwer, langsam oder nachdrücklich:

Éx aequó captís ardébant méntibus ámbo.


Solche Beziehungen zwischen Inhalt und Form sind vom Verfasser des Hexameters natürlich beabsichtigt.


Übrigens ist folgender berühmter Satz auch ein Hexameter:

Qúidquid id ést, timeó Danaós et dóna feréntes.