Latein-Online
Donnerstag, 19. Oktober 2017   
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Phaedrus, Vulpes et corvus

Phaedrus, Vulpes et corvus

Vulpes et corvus

Qui se laudavi gaudet verbis dubdolis
fere dat poenas turpi paenitentia.

Cum corvus caesum
de fenestra raptum
comedere vellet,
celsa arbore residens
vulpes hunc vidit,
deinde sic coepit loqui:
„O, corve,
qui nitor est
tuarum pennarum!
Quantum decoris
corpore et vultu geris!
Si vocem haberes,
nulla ares prior foret.“
At ille stultus
dum vult vodem ostendere
emisit ore caesum
quem celeriter
dolosa vulpes
avidis dentibus rapuit.
Tum demum ingemuit
deceptus stupor corvi.

Der Fuchs und der Rabe

Wer sich freut, dass er gelobt wird durch hinterlistige Worte,
der wird in der Regel bestraft durch schändliche Reue.

Als der Rabe den Käse,
aus dem Fenster gestohlenen worden war,
essen wollte,
sah der Fuchs diesen
auf dem hohen Baume Sitzenden;
dann begann er so zu sagen:
„O Rabe
Von welchem Glanz
sind deine Federn!
Wie viel Schmuck
trägst du auf deinem Körper und auf deinem Antlitz!
Wenn du eine Stimme hättest,
wäre kein Vogel vortrefflicher.
Aber jener Blöde,
während er seine Stimme zeigen will,
verliert er aus dem Munde den Käse,
den ganz schnell
der hinterlistige Fuchs
mit seinen Zähnen raubt.
Dann schließlich seufzte
die getäuschte Dummheit des Raben. (?)