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Dienstag, 05. März 2024   
Sallust - De coniuratione Catalinae

Gaius Sallustius Crispus, De coniuratione Catilinae (16-29)

(lateinischer Text hier)

[16] Aber die Jugend, die, wie wir oben gesagt haben, angelockt hatte, lehrte er auf viele Arten schlechte Taten. Aus jenen waren ihm falsche Zeugen und Untersiegler gefällig; Treue, Umstände und Gefahren hielten sie für billig, danach, sobald er den Ruf und das Schamgefühl derer abgetragen hat, befahl er größeres anderes. Wenn ein Grund des Sündigens gegenwärtig weniger vorhanden war, bedrängten sie nichtsdestoweniger Unschuldige sowie Schuldige und schnitten ihnen die Kehle durch: Selbstverständlich, damit nicht Hand und Geist durch die Muße erstarrten, war er lieber umsonst schlecht und grausam.
Auf diese Freunde und Begleiter vertrauend fasste Catilina den Plan zum Überfall der Republik, weil zugleich die Schulden über die gesamte Welt ungeheuer waren und weil die meisten Soldaten Sullas, die ihren Besitz freigiebig verbraucht haben, in Erinnerung der Raubzüge und des alten Sieges einen Bürgerkrieg anstrebten. In Italien war kein Heer, Gnaeus Pompeius führte Krieg in sehr entfernten Ländern; er selbst hatte beim Anstreben des Konsulates große Hoffnung, der Senat freilich war mit nichts beschäftigt; die ganze Angelegenheit war sicher und ruhig: aber das war Catilina durchaus gelegen.
[17] Also ungefähr an den Kalenden des Juni, als Lucius Caesar und Gaius Figulus Konsuln waren, spracheb sie zum ersten Mal einzelne Männer an; die einen forderten sie auf, die anderen versuchten sie; sie belehrten sie über die eigenen Möglichkeiten, über die unvorbereitete Republik und den großen Lohn der Verschwörung. Als die Dinge, die er wollte, genug geprüft worden sind, rief er alle, bei denen am meisten Notwendigkeit und am meisten Waghalsigkeit waren, an einem Ort zusammen. Dort kamen zusammen aus dem Senatorenstand Publius Lentulus Sura, Publius Autronius, Lucius Cassius Longinus, Gaius Cethegus, Publius und Servius Sulla, die Söhne des Servius, Lucius Vargunteius, Quintus Annius, Marcus Porcius Laeca, Lucius Bestia, Quintus Curius. Außerdem aus dem Ritterstand: Marcus Fulvius Nobilior, Lucius Statilius, Publius Gabinius Capito, Gaius Cornelius; zu diesen viele aus den Kolonien und Landstädten, die zu Hause adelig waren. Außerdem waren mehrere Adlige ein wenig heimlicher Teilnehmer dieses Plans, die mehr durch Hoffnung auf Herrschaft ermahnt wurden als durch Mangel oder andere Notwendigkeit. Im Übrigen waren die meisten der Jugend, aber am meisten aus dem Adel, dem Vorhaben Catilinas zugeneigt: Sie. für die es die Möglichkeit gab, in der Muße entweder prächtig oder bequem zu leben, wollten lieber Unsicheres als Sicheres, Krieg lieber als Frieden. Es gab zu diesem Zeitpunkt auch welche, die glaubten, dass Marcus Licinius Crassus dieses Plans nicht unkundig gewesen sei: Weil Gnaeus Pompeius, den er selbst beneidete, ein großes Heer führte, habe er gewollt, dass wessen Macht auch immer gegen die Macht jenes wachse und zugleich darauf vertrauend, wenn die Verschwörung stark gewesen wäre, er leicht bei jenen ein Anführer werde.
[18] Aber auch vorher haben sich wenige gegen die Republik verschworen, bei diesen war Catilina; über dieses will ich sprechen möglichst so wahr wie ich kann. Als Lucius Tullus und Manlius Lepidus Konsuln wurden Publius Autronius und Publius Sulla, die als Konsuln bestimmt worden waren, vom Gesetz wegen Amtserschleichung befragt und bestraft. Ein wenig später war Catilina als Angeklagter eines Repetundenproszesses daran gehindert, das Konsulat zu erstreben, weil sich innerhalb der gesetzlichen Frist nicht melden konnte. Zur selben Zeit gab es Gnaeus Piso, einen jungen adligen Mann, von höchstem Wagemut, arm und zum Handeln aufgelegt, den Armut und schlechte Gesinnung zur Störung der Republik anspornten. Nachdem etwa an den Nonen des Dezembers Catilina und Autronius mit diesem gemeinsam einen Plan machten, bereiteten sie vor, an den Kalenden des Januars die Konsuln Lucius Cotta und Lucius Torquatus auf dem Kapitol zu töten und nachdem das Konsulat an sich gerissen wurde, selbst den Piso mit einem Heer zur Einnahme zweier spanischen Provinzen zu schicken. Nachdem diese Sache bekannt geworden ist, übertrugen sie den Plan des Mordes wieder auf die Nonen des Februars. Schon damals ersannen sie nicht nur für die Konsuln, sondern auch für die meisten Senatoren das Verderben. Und wenn Catilina sich vor dem Rathaus nicht beeilt hätte, den Gefährten das Zeichen zu geben, wäre an diesem Tag das schlimmste Verbrechen seit Gründung der Stadt vollbracht worden. Weil noch nicht zahlreiche Bewaffnete zusammengekommen waren, verhinderte diese Sache den Plan.
[19] Später wurde Piso auf Bitten des Crassus als Quaestor anstatt eines Praetors ins diesseitige Spanien geschickt, weil er wusste, dass er ein unerbittlicher Feind des Gnaeus Pompeius war. Dennoch hatte der Senat die Provinz auch nicht widerwillig abgegeben, weil er wollte, dass dieser schändliche Mensch fern von der Republik sei, zugleich weil mehrere gute Leute in ihm einen Schutz glaubten und schon damals die Macht des Pompeius furchterregend war. Aber dieser Piso wurde in der Provinz von spanischen Reitern, die er im Heer führte, auf der Reise getötet. Es gibt welche, die sagen, dass die Barbaren die ungerechte, überhebliche und grauenvolle Herrschaft dessen nicht hätten dulden können; andere jedoch sagen, dass jene Reiter, alte und treue Dienstmänner des Pompeius, mit dessen Willen Piso angegriffen haben: Niemals hätten Spanier außerdem so ein Verbrechen begangen, sondern vorher viele grausame Herrschaften erduldet. Wir wollen diese Sache im Zentrum zurücklassen. Über die frühere Verschwörung wurde genug gesagt.
[20] Sobald Catilina sah, dass diese, welche ich kurz vorher erwähnt hatte, zusammengekommen waren, glaubte er, obgleich er mit Einzelnen Vieles oft verhandelt hatte, dass er dennoch alle in der Sache ansprechen und ermuntern werde und sonderte sich in einem verborgenen Teil des Gebäudes ab und hielt dort, nachdem alle Augenzeugen weit entfernt worden waren, eine Rede dieser Art:
‚Wenn eure Tapferkeit und Treue mir nicht veranschaulicht worden wären, wäre eine günstige Gelegenheit vergeblich gefällt worden; eine große Hoffnung, die Herrschaft in den Händen wäre vergeblich gewesen und ich würde nicht durch Feigheit oder inhaltloser Begabung Unsicheres für Sicheres greifen. Aber weil ich euch in vielen und großen stürmischen Zeiten als tapfer und mir treu erkannt habe, wagte mein Herz dadurch die größte und schönste Tat zu beginnen, weil ich zugleich bemerkt habe, dass für euch dasselbe wie für mich Gutes und Schlechtes ist; denn dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen, das schließlich ist eine starke Freundschaft.
Aber was ich mit dem Verstand ausgemacht habe, habt ihr alle schon vorher getrennt gehört. Im Übrigen wird mir das Herz von Tag zu Tag mehr entflammt, wenn ich überlege, welche Lebensbedingung sein wird, wenn wir uns nicht selbst in die Freiheit retten. Denn nachdem die Republik in das Recht und die Macht weniger Mächtiger gefallen ist, sind Könige und Tetrarchen jenem immer abgabenpflichtig, Völker und Nationen zahlen Sold; Wir alle übrigen, kräftige Gute, Adlige und nicht Adlige, waren die Menge ohne Ansehen, ohne Einfluss, denen schuldig, denen wir, wenn die Republik noch stark wäre, ein Graus waren. Deshalb ist alles Ansehen, alle Macht, Ehre und Reichtum bei jenen oder wo jene wollen: uns ließen sie Gefahren, Zurückweisung, Gerichtsprozesse und Armut zurück.
Bis wohin erduldet ihr dieses dennoch, o sehr tapfere Männer? Ist es nicht besser durch Tapferkeit zu sterben als ein armseliges und unehrenhaftes Leben, wo du ein Spielzeug fremden Hochmutes geworden sein wirst, durch Schande zu verlieren? Denn wahrhaftig, für die Götter und die Treue der Menschen, ist der Sieg in unserer Hand: Das Alter ist stark, der Geist ist gesund; bei jenen hingegen veraltete alles durch die Jahre und den Reichtum. Das Werk muss nur begonnen werden, die übrigen Dinge werden beseitigt. Denn wer unter den Sterblichen, der von männlichem Charakter ist, kann es ertragen, dass Reichtum jenen im Überfluss ist, welchen sie zur Ausfüllung des Meeres und zur Einebnung der Berge verschwenden und uns sogar das Vermögen für das Notwendige fehlt? Dass jene zwei oder mehr Häuser aneinander reihen, uns niemals ein eigener Herd ist? Wenn sie Gemälde, Statuen und Gefäße kaufen, Neues einreißen, Anderes bauen, schließlich auf jede Weise Geld ausgeben und verschleudern, können sie dennoch mit höchster Lust ihren Reichtum nicht besiegen. Aber bei uns zu Hause herrscht Mangel, draußen Schulden, schlechte Dinge, die Hoffnungen noch viel rauer: Was haben wir schließlich übrig außer den elenden Leben?
Warum also erwacht ihr nicht? Seht jene, jene Freiheit, die ihr oft gewünscht habt, außerdem Reichtum, Würde und Ruhm sind vor euren Augen gelegen: Das Schicksal hat all dies den Siegern als Lohn gesetzt. Die Sache, die Zeit, die Gefahren, der Mangel, die großartige Beute des Krieges ermuntern euch mehr als meine Rede. Nutzt mich entweder als Imperator oder als Soldat: Weder der Geist noch der Körper wird von euch weggehen. Dieses selbst, wie ich hoffe, will ich mit euch als Konsul betreiben, wenn sich nicht zufällig mein Geist täuscht und ihr mehr zu dienen als zu herrschen bereit seid.
[21] Nachdem die Menschen dies vernommen haben, denen alles Schlechte übervoll war, aber weder irgendeine gute Sache noch Hoffnung, forderten dennoch die meisten, obwohl der große Lohn jenen die Ruhe zu stören schien, dass er vorlege, was die Bedingung des Krieges sein wird, welchen Lohn sie mit den Waffen anstreben, was und wo sie Hilfe und Hoffnung hätten. Dann versprach Catilina neue Tafeln, Ächtung der Reichen, Ämter, Priesterstellen und alles andere, was Krieg und die Lust der Sieger mit sich bringt. Außerdem, dass Piso im diesseitigen Spanien sei und in Mauretanien Publius Sittius Nucerinus mit einem Heer, Teilheiber seines Plans; dass Gaius Antonius das Konsulat anstrebe, vom dem er sich erhoffte, dass er Amtskollege werde, er sei sowohl ein eng befreundeter als auch ein von allen Notwendigkeiten umgebener Mensch; mit diesem werde er als Konsul den Anfang machen. Zu diesem er die Guten mit allen Schmähungen, jeden einzelnen seiner Leute, den er nennt, lobt er; er ermahnte den einen seiner Armut, den anderen seiner Wünsche, mehrere der Gefahr oder Schmach, viele Sullas Sieg, durch den diese Beute hatten. Nachdem er die eifrigen Gemüter aller gesehen hatte, entließ er die Zusammenkunft, eindringlich ermunternd, dass sie für seine Kandidatur Sorgen hatten.
[22] Es gibt welche, die sagen, dass Catilina zu dieser Zeit, nachdem die Rede gehalten worden ist, als er die Anhänger seines Verbrechens zum Eid antrieb, in Schalen Blut des menschlichen Körpers mit Wein vermischt herumgereicht hätte; als von dort nach der Verwünschungsformel alle gekostet hatten, so wie es gewohnt war, alljährlich wiederkehrend im Tempel zu geschehen, öffnete er seinen Plan [und machte es dort wiederholt] damit unter ihnen mehr der Treue sein werder eine Mitwisser der so großen Schandtat des anderen sei. Einige halten sowohl dieses als auch vieles darüber hinaus für erfunden, von denen, die glaubten den Neid gegenüber Cicero, der später aufkam, durch die Schrecklichkeit des Verbrechens derer gemildert werde, die bestraft worden waren. Für uns sind diese Dinge für ihre Größe zu wenig bekannt.
[23] Aber bei dieser Verschwörung war Quintus Curius, geboren in einer nicht glanzlosen Familie, durch Schand- und Untaten ganz bedeckt, den die Zensoren wegen eines Vorwurfs aus dem Senat gestoßen hatten. Diesem Menschen war nicht weniger Nichtigkeit als Waghalsigkeit eigen: Weder verschwieg er, was er gehört hatte, noch verheimlichte er selbst seine eigenen Verbrechen, er trug durchaus kein Bedenken, etwas zu tun oder zu sagen. Ihm war eine alte Gewohnheit mit Fulvia, einer adligen Frau, Schande zu treiben; als er weniger willkommen war, weil er aus Mittellosigkeit weniger schenken konnte, begann er plötzlich prahlend Meere und Berge zu versprechen und bisweilen mit dem Schwert zu drohen, wenn sie ihm nicht schuldig wäre, schließlich wilder zu handeln als er es gewohnt war. Aber nachdem der Grund der Ungewohntheit des Curius bekannt geworden ist, hielt Fulvia die so beschaffene Gefahr der Republik nicht heimlich für sich, sondern erzählte mehreren unter Auslassung des Urhebers über die Catilinarische Verschwörung, was sie auch eben erst gehört hatte.
Vor allem diese Sache entfachte den Eifer der Menschen zur Übergabe des Konsulats an Marcus Tullius Cicero. Denn vorher loderte bei den meisten Adeligen der Neid und man glaubte, dass das Konsulat gleichsam besudelt werde, wenn es ein noch so außergewöhnlicher Emporkömmling erlangen werde; aber als die Gefahr ankam, traten Eifersucht und Stolz zurück.
[24] Bei den abgehaltenen Wahlen wurden also Marcus Tullius und Gaius Antonius zu Konsuln erklärt. Diese Tat hatte gemeinsamen Verschwörer zuerst erschüttert. Aber dennoch wurde die Raserei Catilinas nicht vermindert, sondern von Tag zu Tag trieb er mehr, beschaffte in Italien an günstigen Orten Waffen, trug eigenes oder durch Treue der Freunde gegenseitig genommenes Geld nach Faesulae zu einem gewissen Manlius, der später der Anführer des zu unternehmenden Krieges war. Man sagt, dass er sich zu dieser Zeit sehr viele Leute jeglicher Art angeeignet habe, auch viele Frauen, die zuerst aus ungeheuer großer Verschwendung die Schande des Körpers ertragen hatten, danach, als das Alter nur dem Erwerb und nicht dem üppigen Lebensstil ein Maß gesetzt hatte, große Schulden angehäuft hatten. Durch diese glaubt Catilina, dass er die städtischen Sklaven aufwiegeln, die Stadt anzünden und die Männer derer entweder an sich zu binden oder töten zu können.
[25] Aber bei diesen war Sempronia, die oft viele Verbrechen männlichem Wagemuts begangen hatte. Diese Frau war von Herkunft und Aussehen, außerdem von Mann und Kindern her genug begünstigt; in der griechischen und lateinischen Literatur gelehrt, spielte sie Harfe und tanzte eleganter als es für eine gute Frau notwendig war und es gab vieles Anderes, was Werkzeuge des üppigen Lebensstils war. Aber ihr war immer alles lieber als Zierde und Schamhaftigkeit; ob sie das Geld oder den Ruf weniger schonte, könnte man nicht leicht entscheiden; sie war so von Lust entflammt, dass sie öfter nach Männern strebte als erbeten wurde. Aber sie hatte bisher oft das Vertrauen verraten, Anvertrautes abgeschworen und war Mitwisserin des Mordes: Durch Verschwendung und Mittellosigkeit war sie jäh heruntergekommen. Aber ihr Talent war nicht sinnlos: Sie konnte Verse machen, Witz bewegen, das Gespräch entweder gemäßigt oder sanft oder frech nutzen; in ihr war durchaus viel des Witzes und viel der Feinheit.
[26] Obwohl diese Dinge vorbereitet worden waren, strebte Catilina nichtsdestoweniger im nächsten Jahr das Konsulat an, hoffend, wenn er gewählt werde, dass er leicht den Antonius nach seinem Willen nutzen werde. Und er war inzwischen nicht ruhig, sondern bereitete mit allen Mitteln Hinterhalte für Cicero. Jenem aber fehlten nicht zur Sicherung List oder Verschlagenheit. Denn von Beginn seines Konsulats an hatter mit vielen Versprechen durch Fulvia bewirkt, dass Quintus Curius, von dem ich ein wenig zuvor berichtet habe, ihm die Pläne des Catilina verriet. Zu diesem hatte er seinen Kollegen Antonius mit einem Übereinkommen der Provinzen angestoßen, damit er nicht gegen die Republik eingestellt sei; um sich herum hielt er heimlich Wachen von Freunden und Klienten. Nachdem der Tag der Wahl gekommen war und weder die Bewerbung Catilinas noch der Hinterhalt, den er dem Konsul auf dem Marsfeld gemacht hatte, mit Erfolg vonstattengingen, beschloss er den Krieg zu machen und alles äußerste zu versuchen, da ja was er heimlich versucht hatte rau und hässlich ausgegangen ist.
[27] Also schickte er Gaius Manlius nach Faesulae und in den Teil Etruriens, einen gewissen Septimius aus Camerinum in das Picenische Feld, Gaius Iulius nach Apulien, außerdem einen anderen anderswohin, wo er glaubte, dass er ihm gelegen sein werde.
Inzwischen setzte er in Rom vieles zugleich in Bewegung: Den Konsuln spannte er Hinterhalte, bereitete Feuer, besetzte geeignete Plätze mit bewaffneten Leuten; er selbst war mit einer Waffe, befahl es anderen ebenso, ermunterte sie immer angespannt und bereit seien, sie zu nutzen; Tag und Nacht war er ruhelos tätig und wachte, und wurde weder durch Träume noch durch Arbeit müde gemacht. Zuletzt, als nichts Fortschritte machte, obwohl vieles von ihm betrieben, rief er wieder die Anführer der Verschwörung in tiefster Nacht durch Marcus Porcius Laeca zusammen und legt dort, nachdem viel über die Trägheit derer geklagt worden ist, dar, dass er Manlius zur Menge vorausgeschickt habe, die er zur Ergreifung der Waffen bereitet hatte. ebenso andere an geeigneten Orten, die den Beginn des Krieges machen würden, und er wünsche zum Heer aufzubrechen, wenn er zuvor Cicero überfallen habe: er trete seinen Plänen am meisten in den Weg.
[28] Während die Übrigen erschreckt und zögernd waren, versprach der Römische Ritter Gaius Cornelius seine Dienste und mit ihm der Senator Lucius Vargunteius und sie beschlossen in dieser Nacht ein wenig später mit bewaffneten Männern so wie zum Gruß bei Cicero hineinzugehen und unvorhergesehen in seinem Haus den Unvorbereiteten niederzustechen. Als Curius erkannte, welch große Gefahr dem Konsul drohend bevorsteht, meldete er Cicero eilig durch Fulvia die List, die bereitet wurde. So wurden jene an der Tür gehindert und sie hatten die so große Untat vergeblich unternommen.
Inzwischen wiegelte Manlius in Etrurien das gemeine Volk auf, das durch Sullas Herrschaft Äcker und alle Güter verloren hatte und durch Armut und zugleich durch das Leid der Ungerechtigkeit den Wunsch einer neuen Situation hegte, außerdem Räuber jeder Art, von denen es in dieser Gegend eine große Menge gab, auch einige aus der Siedlung Sullas, denen die Lust und Verschwendung vom großen Raub nichts übrig gelassen hatte.
[29] Als diese Dinge Cicero gemeldet wurden, bringt er die Sache zum Senat, veranlasst durch das zweideutige Übel, der schon vorher durch die Gerüchte des Menge aufgescheucht wurde, weil er weder die Stadt länger durch persönlichen Beschluss länger vor Hinterhalten schützen konnte, noch hatte er genug Kenntnis, wie groß das Heer des Manlius war oder welche Absicht es hatte. Daher beschloss der Senat. Inwieweit er es meistens bei einer grässlichen Aufgabe pflegte, die Konsuln sollen die Mittel geben, damit die Republik nicht irgendetwas an Schaden nimmt. Die größte Macht wird durch den Senat nach Sitte der Römer den Beamten übergeben: Ein Heer zu bereiten, Krieg zu führen, durch alle Mittel die Bundesgenossen und Bürger zusammenzuhalten, den höchsten Befehl und das höchste Urteil des Hauses und des Militärs zu haben; anders ist dem Konsul ohne den Befehl des Volkes keiner dieser Dinge ein Recht.
 

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